
Manche Gitarren wurden veröffentlicht und prägten danach veröffentlichte Instrumente maßgeblich. So hatten beispielsweise die ersten Martin Akustikgitarren, Gibsons ES-335 oder die Telecaster solch starke Einflüsse auf spätere Gitarren. Es gibt allerdings auch Instrumente, die Jahre oder Jahrzehnte brauchen, bis sie wahrgenommen werden und manchen wird selbst heute nur wenig Beachtung geschenkt.
Schau dir einige der innovativsten Gitarren und Bässe an, die je auf Reverb verkauft wurden.
Electra MPC Serie

Schon vor der Line 6 Variax und der Gibson Firebird X gab es speziellere Gitarren mit seltsamen Schaltkreisen, wie zum Beispiel die Electra MPC (Modular Powered Circuits). Die wurden in Japan in den 1970ern hergestellt und enthielten kleine Steckmodule mit eingebauten Effekten. Es gab insgesamt 12 Stück, vom Phase Shifter über einen Oktaver bis hin zu einem Effekt names "Frog Nose".
Das einzigartigste Modell der Serie, das nicht wie ein Gibson-Klon aussah, hat 2 Cutaways und nennt sich Outlaw.
Alembic Bässe

Man kann nicht genug betonen, wie groß der Einfluss von den Leuten von Alembic auf die Entwicklung der Bassgitarre war. Anfangs noch als einfache Tech-Werkstatt für Musiker wie Grateful Dead oder Jefferson Airplane, wurden dort später die erste aktive Elektronik, das erste Grafit-Neck sowie der erste moderne 5-Saiter entwickelt. Außerdem wurden dort exotische Holzsorten wie Zebraholz und Purpleheart erstmals verwendet.
Diese Kombination aus exotischen Tonhölzern, aktiven Pickups und unkonventionellen Materialien hat den Grundstein für viele der heutigen High-End-Bässe gelegt.
Ovation Acoustic Electrics

Ok, anders als andere Gitarren in dieser Liste haben Ovations Elektro-Akustikgitarren ganz schöne Wellen gemacht, als sie in den späten 60ern mit ihren Under-Saddle-Pickups und der gewölbten Rückseite erstmals drastisch das Feedback reduzierten.
Angeblich basierte die Entwicklung auf direktem Feedback, welches der damalige Endorser Glen Campbell gab. Aber Ovation stand schon immer für Innovationen. Die heute legendären Rückseiten aus Lyrachord entstanden durch die jahrelange Erfahrung des Firmengründers Charles Kaman in der Entwicklung von Helicopter-Propellern.
Fender Bass V

Noch bevor Marken wie Alembic eine zusätzliche tiefe B-Saite ihren Bässen spendierten, baute Fender den ersten 5-Saiter. Der Bass V, 10 Jahre nach dem Preci, im Jahr 1965 erschienen, brachte eine zusätzliche hohe C-Saite für mehr Top-End. Obwohl er wie ein Short-Scale aussieht, hat er ganz normale 34er-Mensur und 15 Bünde. Dadurch ist er allerdings ein bisschen seltsam zu spielen, wodurch er während seiner Herstellungszeit von 65 bis 69 auch nicht häufig verkauft wurde.
Epiphone Professional Outfit

Schaut euch nur die ganzen Knöpfe und Regler an. Diese Semihollow kam 5 Jahre nach der Übernahme von Gibson auf den Markt und wurde im Paket mit dem Amp verkauft. Dieser hat keine Regler, da alles über die Gitarre gesteuert wird. Sammler zahlen horrende Summen für ein Set.
Roland GS-500

Mit dem GS-500 begann Rolands lange Geschichte von Gitarren mit Synthie-Technologie, wie der G-707 aus den 80ern oder der recht aktuellen VG Kollaboration mit Fender. Die GS-500 aus dem Jahr 1977 stammt aus der bekannten Fujigen Fabrik, wo auch Fender und Grecos gefertigt wurden. Der Synthie konnte über die Gitarre gespielt werden und hatte auch beeindruckende Konzepte wie Endlos- Sustain-Tonabnehmer an Bord. Die später auch von Moog und Fernandes in ähnlicher Form veröffentlicht wurden.
Hier findest du weitere Informationen zu den GS-500ern.
Wandre Aluminum Necks

In den späten 70ern bauten Travis Bean (und später Kramer) Gitarren mit Alu-Hälsen. In den 60ern gab es die Musicraft Company in San Francisco, die auch kurzzeitig solche Gitarren herstellten. Aber bereits viel früher fertigten Wandre in Italien Bässe und Gitarren mit Alu-Necks, einzigartiger Hardware und einer ganzen Menge an Vintage Mojo.