Pedals und ihre Geschichte: KMA Audio Machines

Heute im Interview bei Pedals und ihre Geschichte:
Enrico Preuss, Gründer und Chef-Löter der Berliner Boutique-Schmiede KMA Audio Machines

Wie hast du mit dem ganzen Pedalbauen angefangen, Enrico?

Dafür müssen wir knapp 4 ½ Jahre zurückspringen. Ich bin damals der Band „Amplified Backdoor Creatures“ beigetreten und wollte meinen Sound aufpolieren und verbessern. Da der vorherige Gitarrist aber einen bestimmten Sound hatte, der perfekt in das Soundbild passte, brauchte ich ein entsprechendes Äquivalent und fing an, an meinem Couchtisch das erste Pedal zusammenzubauen. Als studierter Maschinenbauer und Sohn eines absoluten Handwerk-Profis, fiel die Entscheidung und das Eintauchen in die Materie nicht schwer. Nach einigen Pedalen kamen dann befreundete Musiker und Tour-Bands auf mich zu und fragten was das für Pedale auf meinem Board sind. Long Story short – die ersten Leuten wollten, dass ich Ihnen ihre eigenen Pedale baue und so kam eins zum anderen. Mein langjähriger Schulfreund und begnadeter Gafiker/Illustrator/Zeichner fragte, ob er nicht einmal ein Grafikdesign machen sollte und vielleicht eine Homepage dafür. Das war die Geburtststunde von KMA Audio Machines. Er gab der Firma ein Gesicht und ich entwickelte die Pedale und Schaltungen. In kurzer Zeit hatten wir den Fuzzly Bear, den Minos und den Astrospurt veröffentlicht und die Resonanz war so überwältigend, dass ich beschloss KMA Audio Machines ernsthaft zu betreiben. Fast vier Jahre später ist unser Portfolio auf 10 Pedale gewachsen und wir schmeißen den Laden mit voller Leidenschaft!

Und was war dein erstes Pedal als KMA?

Schwierige Frage. Es gibt dazu zwei Stories. Der Fuzzly Bear war das erste Pedal, dass wir mit KMA Audio Machines veröffentlicht hatten und als Serienmodel im Programm hatten. Der Astrospurt hingegen hatte zwei Vorläufer und waren die ersten beiden Einzelanfertigungen und Pedale, welche ich an befreundete Musiker unter dem Namen KMA Audio Machines angefertigt hatte. Somit heißt es Fuzzly Bear vs. Astrospurt – ihr könnt euch eins aussuchen.

Machst du das hauptberuflich?

Seit über einem Jahr kann ich mich voll und ganz auf KMA konzentrieren, ohne einen Nebenjob an den Hacken zu haben. Die ersten beiden Jahre sah das anders aus. Ich hatte diverse Jobs nebenbei um die Miete zahlen zu können. Dank der Nachfrage an unseren Pedale, ist KMA mein Daily Business, was mich und alle Beteiligten sehr happy macht und darauf sind wir auch echt stolz!

Enrico und Wieland von KMA

Welche andere Firmen oder spezielle Pedale haben dich inspiriert?

Puh, da gibt es allerhand Firmen mit innovativen als auch klassischen Ansätzen, die mich inspiriert haben. Das gleiche gilt für die Pedale auf dem Markt. Sowohl Boutique-Butzen wie EQD und Walrus Audio, Dr.No Effects, Chase Bliss, Way Huge als auch befreundete Pedalbauer wie Demon Pedals, Ohmless Pedals, Randale Pedale und und und inspirieren meine Arbeit und Ansätze.

Wenn es um Pedale geht, dann mag ich neben klassischen Zerren alles was es an Modulationspedale gibt. Das geht von klassisch und bewährt, wie zum Beispiel der gute alte Phase 90 oder das MuTron Bi-Phase bis hin zu verrückt-noisy wie die Jungs von Death by Audio oder auch analog/digitale Pedale wie die Biester von Hologram Electronics oder Chase Bliss. Was mich momentan stark inspiriert sind Filterschaltungen mit externer Steuerung, was man aus dem Synthie-Bereich kennt. Das gibt der Musik ein Gefühl von Lebendigkeit und Chaotic.

Hast du ein Lieblings-Pedal?

Ein Lieblings-Pedal kann ich gar nicht genau sagen. Ich liebe alte Phaser und eben Filter-Geschichten. Die beiden Pedale die ich stets und ständig benutze sind ein umgestalteter Skreddy Screwdriver, der statt dem Germaniumtransistor einen aus Silizium bekommen hat mit entsprechender Schaltungsanpassung. Geiler trockener Distortion/Fuzz-Sound der stets atmet. Das andere ist ein Whammy Gen.IV. Einfach genial dieser Synthetiksound!

Was hast du zukünftig geplant?

Wir haben momentan einiges in der Pipeline bis Ende des Jahres und auch im kommenden Jahr. Es wird Zerren geben (auch wenn der Markt sehr gefüllt ist, kommen wir mit einem sehr interssanten Ansatz um die Ecke). Es wird einen weiteren simplen Set & Forget Suboctaver geben, als auch ein lange überfälliges Delay. Zudem werden wir für alle kommenden Modulationspedale ein Stand-Alone Pedal entwickeln, welches unterschiedliche Kontrollspannungen für Expressionpedal/CV-Eingänge bereitstellt.

Auf welches Pedal oder Feature von KMA-Pedalen im Allgemeinen bist du besonders stolz?

Also worauf ich persönlich sehr stolz bin, ist unsere Verarbeitungsqualität und die Langelebigkeit der Pedale. Wenn es an die Features geht, mag ich sehr unseren parametrischen Mitten-EQ im Dead Stag. Mir ist es wichtig, dass der Musiker mit unseren Pedalen für viele Situation gewappnet ist aber dennoch den Grundsound des Pedals beibehält. Doch das was mich momentan besonders stolz macht, ist ein Pedal, dass beim kommenden Guitar-Summit in Mannheim vorgestellt wird. Soviel sei gesagt – die Kiste ist Mind-Blowing!

Wer macht eure Designs?

Sämtliche Designs wurden bisher von meinem guten Freund Waldemar Gildisch angefertigt. Leider kann er nicht mehr für KMA weiter machen, wir haben aber dennoch einen gleichwertigen Ersatz gefunden, Lucas Kämmerer, bekannt unter dem Synonym Muffe&Pranke hat bereits zwei Designs für uns gemacht, welche die Welt in den nächsten Monaten bestaunen kann.

Erfahre mehr über KMA unter kma-machines.com

5 KMA-Pedale auf dem Präsentierteller

Astrospurt

Beim Astrospurt handelt es sich um einen analogen JFET basierten Phaser mit cleveren Features, die man so bei wenigen Phasern findet. Zum einen haben wir ein Volume-Regler integriert um individuell die Lautstärke anzupassen. Zusätzlich kann man mit dem Mix-Regler das Verhältnis vom Phasing- und Cleananteil stufenlos regeln, um vom dezenten Phasing über Uni-Vibe Sounds bis hin zum Vibrato alles zur Verfügung zu haben.


Der Clou ist zudem der Emphase Mode (Feedback Loop). Zusammen mit dem internen 4-fach Schalter kann der Astrospurt vom resonanten Phasing bis hin zum totalen Noise-Chaos alles bedienen. Der Astrospurt ist laut vieler Kunden, der beste Phaser, den sie bisher gespielt haben. Diese Meinungen machen uns natürlich super stolz.

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Wurm

Der heißbegehrte Wurm ist die Reinkarnation des fiesen Kettensägen-Distortion Sounds aus den 90ern. Viele kennen den Boss HM2 als reine Entombed Zerre, der nur diesen Sound kann. Das ist aber weitgefehlt. Unsere Liebe zu Klangregelungen hat dem Wurm neben dem klassischen BOSS HM2 High und Low-EQ zwei weitere Bänder beschert. Somit kannst du massiv in die Formung der Zerre eingreifen und den Sound verbiegen.


Wem die EQ-Auslegung nicht passt, findet im Inneren zu jedem EQ-Band noch ein Trim-Poti um die Bänder zu verschieben. Um den Sound und die Flexibilität des Wurms weiter auszubauen ohne den traditionellen und viel geliebten HM2 Ton zu verlieren, haben wir zwei EQ-Modes integriert. Klassischer HM2 Mitten-Peak oder angenehm ausgeglichene Mitten. Ob Swedish Death Metal, Punk, Classic-/Alternative Rock oder Post-Ambient Gedresche, der Wurm macht alles mit!

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Tyler

Tyler ist unsere Ansage an alle Bassisten, Low-End Lover, Experimentalisten und Kreative da draussen. Tyler teilt euer Signal in zwei unabhängige Wege auf. Signalweg 1 beinhaltet einen Tiefpass und Signalweg 2 einen Hochpass, welche beide unabhängig in der Cut-Off Frequenz geregelt werden können. Jeder Signalweg hat zum Einschleifen weiterer Pedale seinen eigenen FX-Loop. Beide Loops haben eigene An/Aus Fußschalter. Der Mix-Regler lässt euch dann je nach Geschmack beide Signale zusammenmischen (12 Uhr entspricht 50/50).


Wofür das Ganze? Ihr könnt mit dem Tyler eure Frequenzen separiert bearbeiten und/oder parallele Effektketten aufbauen um somit wie zwei Gitarren zu klingen. Kein nerviges Gematsche mehr, kein Wegbrechen der Tiefen und unendliche Möglichkeiten neue Sounds zu kreieren. Zudem gibt es einen aktiven Lautstärkeregler mit bis zu 14db Boost und einen Phasendreher um Auslöschungen beim Mischen der Effektketten zu vermeiden. Wer möchte, kann den Tyler auch nutzen um ein Stereo Set-Up zu befeuern. Geile Kiste, unglaublich vielseitig und Bassistem schwören drauf.

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Strokkur

Mit dem Strokkur verbinden wir den klassischen Sound mit dem modernen Zeitgeist. Unser Germanium Booster ist eine Verneigung vor den Sounds der großen Rock-Dinosaurier, wie Jimmy Page, Brian May und vielen anderen. Er ist mehr als nur ein Treble-Booster. Dank des Range-Reglers ist alles von Treble bis Full Range Boost alles möglich. Mit dem passiven EQ für die Höhen und Tiefen kannst du leicht deinen Sweet Spot finden ohne deinen Originalsound zu entfremden. Er lässt deine Gitarre/ deinen Bass atmen und bringt jeden Amp über den Break-Up.

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Minos

Der Minos ist, wie der Strokkur ein Freund klassischer Sounds. Wer den fuzzigen und saftigen Sound eines Tonebenders mag, wird den Minos lieben. Die Kombination aus dem regelbaren Input und der eigentlichen Gainstufe gibt die unendliche Facetten an Zerr-Sounds. Klar, sein Herz schlägt für den Fuzz, drehst du den Input zurück, lassen sich dem Minos auch straffe Overdrive und Distortionklänge entlocken. Zur Feinabstimmung gibt es drei unterschiedliche Bass-Stufen und einen optionalen High-Cut um die oberen Frequenzen zu beeinflussen. Ein Germaniumzerrer der alles abdeckt und stets mit voller Brust röhrt.

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