Pedals und ihre Geschichte: JPTR FX

Heute im Interview bei Pedals und ihre Geschichte:
Chris von JPTR FX. Hier erzählt er uns mehr über seine Firma und deren "ugliest Sound Devices", die den Ohren nicht nur schmeicheln möchten.

Wie hast du mit dem ganzen Pedalbauen angefangen, Chris?

Eher schlecht als Recht würde ich sagen, wie so ziemlich jeder typische Anfänger. Ich habe mir irgendwann einfach 2,3 Bausätze aus dem Internet bestellt und die einfach mal zusammengebaut, was halt schnell langweilig wurde.

Ich bin die Art von Mensch, die nie zufrieden mit irgendwas ist und immer an Allem herumschrauben muss, bis es halt entweder perfekt ist oder explodiert. Der nächste Schritt war also das Circuit Bending oder Modden der paar Treter, die ich bereits gebaut hatte.

Und was war dein erstes Pedal als JPTR FX?

Eines dieser „Experimente“ wurde dann mein erstes Pedal, das ich „Schwercraft Fuzz“ taufte... was halt eher nur für mich war. Irgendwann brachte mich mein bester Freund dazu, eine Facebook-Seite mit meinen Pedalen zu erstellen, und einfach mal zu schauen, was so passiert Wir fertigten zusammen eine kleine Serie Feedback Looper , die über Nacht komplett verkauft war. Kurz darauf bekam ich immer mehr Anfragen, ob ich Leuten weirdes Custom Zeug bauen könnte, wodurch ich wirklich viel über Elektronik lernte. Also machte ich mir Gedanken, wie man weitere Serien- Pedale anbieten könnte Daraus entstanden der Tesla Wolf Overdrive und das Gainsaw.

Machst du das hauptberuflich und falls ja, wie lange schon?

Hauptberuflich seit November letzten Jahres, als ich gemerkt habe, dass ich den aktuellen Job, mit dem ich eh nicht wirklich happy war, und JPTR FX nicht mehr gleichzeitig führen kann. Da lag die Entscheidung sehr nahe, wie ich lieber meine Zukunft gestalten würde. In der Zeit habe ich echt gemerkt, was ich will und was ich bereit bin dafür aufzugeben.Ich habe während der Schicht das Handtuch geschmissen und am nächsten Tag war ich dann selbstständig. Seitdem ist wirklich eine Menge passiert, besonders im letzten halben Jahr!

Wir sind jetzt ein wahres Team, und ich kann mich nun auch mehr auf Bereiche wie Entwicklung oder Marketing konzentrieren. Ich habe jetzt so etwas wie eine Technik-Riege, was uns ermöglicht viel komplexere Konzepte zu realisieren. Hinzu gibt es keine Barriere mehr zwischen der Idee und ihrer Umsetzung. Einfach die eigenen Hirngespinste, vollendet und in mehreren Versionen ausgereift, vor sich zu sehen - das ist eine super spannende Sache! Außerdem haben wir in der Zwischenzeit auch unseren kompletten Fertigungsablauf geändert, was die Produktqualität und den Arbeitsprozess stark anhebt.Irgendwann muss man halt zugeben das man nicht alles kann und da kommt der Punkt wo man sich Leute mit ins Boot holt und du merkst, das wenn du tolle Menschen um dich hast, die alle an dasselbe glauben, alle am selben Strang ziehen, entstehen halt echt große Sachen

Aktuell sind wir in der „Kill the Preorder“ Phase. Das bedeutet: wir produzieren momentan 735 Geräte voraus, um dieses nervige Warten für Kunden zu minimieren. Das ist eine Menge Gebohre und Gelöte, bei dem mir meine Freundin bei der Produktion aushilft (zum Glück). Seit 2 Monaten haben wir jetzt auch unsere neue Werkstatt, die gleichzeitig auch als Showroom fungiert. Ich bin, ehrlich gesagt, am produktivsten, wenn ich mich Zuhause fühle, und damit habe ich das definitiv erreichen können. Wir arbeiten dort zu dritt und empfangen unsere Kunden auch vor Ort mit Kaffee. In nächster Zeit werden wir auch "Build Your Own Stuff"-Seminare anbieten.

Welche anderen Firmen oder spezielle Pedale haben dich inspiriert?

Mein erster Kontakt zu Effektpedalen ist ein Big Muff gewesen, den mir ein Mitarbeiter im lokalen Musikladen zeigte. Du hast einfach eine riesige, super coole Blechkiste an deine Gitarre angeschlossen und ab ging's EHX hat damals auch diese Holzkisten gehabt. Ich hatte den Holy Grail, den Small Clone und den NYC Big Muff - alle drei mit der Kiste.

Alle EHX Sachen waren damals immer so konzipiert, dass sowohl der normale, vielleicht eher zahme und dezente Musiker, als auch der extremere bedient wurden. Hinzu waren und sind die Produkte immer ein bisschen „over the top“ (was immer ihr Verkaufsslogan war)... und das fand ich so cool an denen. Als ich anfing meine eigenen Sachen zu bauen, wollte ich das unbedingt toppen.

Hast du ein Lieblings-Pedal?

...Uff, nö. Keine Ahnung - ich liebe einfach die Materie an sich. Ich mag die Ästhetik von Musikequipment sehr. 
 Es gibt für mich nichts cooleres, als Musik, mit all ihrer zehntausend Komponenten und Facetten... Aber generell stehe ich auf butterweiche Delays und wilde Fuzzpedale!

Was hast du zukünftig geplant?

Es wäre glaube ich unklug, wenn ich das so verraten würde. Was ich aber sagen kann ist, dass es in Zukunft Phaser in bisher unbekannten Ausführungen geben wird, und ein Hall, welchen auch die tollen Strymons nicht ganz erzeugen können.Hinzu kommt unsere Interpretation eines Big Muff - wobei man sagen muss, dass ich eine lange Zeit dagegen gewesen bin, einen Big Muff-Ableger auf den Markt zu schmeißen, was einfach daran lag, dass ich nicht noch einen Muff-Klon mit EQ oder Mittenboost rausbringen wollte. Meiner Meinung nach hat ein Muff keine Mitten, und das gehört auch so.Zu guter Letzt gibt’s noch eine ziemlich coole Filter-Kiste mit mehreren Loops und zig weiteren Optionen, die mir mein Platinen-Designer gerade vorstellt.

Wer macht eure Designs?

Ein sehr guter Freund von mir mit dem ich halt komplett auf einer Wellenlänge bin. 
Dominik designt nicht nur die Pedale oder kümmert sich um die komplette Internet Präsenz, sondern bildet mit seiner Partnerin Pia unser Designer-Team (auch TIDAL27 genannt). Zusammen haben sie unsere komplette Verpackung neu strukturiert um den Kunden dieses geile Auspack-Gefühl zu geben, alle Packungen sind aus Recycling Materialien und wasserbasierter Siebdruck (daher umweltfreundlich) was uns halt extrem wichtig ist.
Gleichzeitig drucken die beiden auch unsere Gehäuse und unsere Shirts in ihrer kleinen Berliner Bude die sie selber auch zur druckwerkstatt ausgerüstet haben.

Auf welches Pedal oder Feature von JPTR-Pedalen im Allgemeinen bist du besonders stolz?

Wir bauen extrem robuste, abgedrehte und vor allem sehr musikalische Pedale, und haben den Sprung geschafft, mit unseren "Ugliest Sound Devices" einen weltweiten Markt zu beliefern. Aber richtig mit Stolz erfüllt mich eigentlich jedes Mal der Gedanke, dass wir Leuten Pakete rausschicken, die selbst auch Musiker sind wie mein Team und ich. Diese können sich dann mit Hilfe unserer Werkzeuge in ihrer eigenen Musik und ihrer eigenen Kreativität verlieren. Es ist für mich eine unglaubliche Ehre, auf diesem Wege in der Musik dieses Planeten meinen Beitrag und meine eigene kleine Verewigung erleben zu dürfen. 


Erfahre mehr über JPTR FX unter jptrfx.com

3 JPTR-Pedale auf dem Präsentierteller

Tesla Wolf Overdrive

Das Tesla Wolf war mein erstes richtiges Serienpedal.Was mir an diesem Pedal am meisten gefällt, ist dass es wirklich stufenlos zwischen transparentem OD, Distortion und Fuzz geregelt werden kann. Somit ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.Der Tesla klingt offen und fett, singt und schreit und deckt alles ab, was man seinem Amp an Zerrsounds antun möchte. Man kann ihn mit 9V bis 18V anfeuern, was einiges an Headroom herausholen kann. Mit dem integrierten Starve-Regler kann man darüber hinaus alles, von der satten Gain-Wand bis zur sterbenden Batterien, emulieren.


Hinzu ist es mit einem Lowpass Filter ausgestattet worden, was die Höhenangleichung des gesamten Rigs idiotensicher macht. Bass und Mitten sollte man eigentlich nie cuttenNeuerdings haben wir intern auch ein Diodenswitch platziert, wodurch die Grundcharakteristik des Distortion an Muff, Face oder Ratte angelehnt werden kann. Inaktiv bleibt es seiner Overdrive-Funktion treu. 


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Super Weirdo

Das ist unser Explosions-Novum unter den JPTR FX Pedalen und definitiv eines unserer wilderen Effekte. Ein Fuzz-Totalschaden, und sprichwörtlich All-In. 
Chorus, Delay, Freeze und Doubletracking kombiniert mit dem lautesten und fettesten Fuzz, das die Erde je gesehen hat.


Hinzu bietet das Pedal auch einen Überraschungseffekt, den Freeze Button, welcher den Ton einfriert und Stuttereffekte bis zur Selbstoszillation möglich macht. Ein sehr kreatives und echtes "In the moment"-Pedal, für spritzige Effektexplosionen.

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Fernweh

Unser Appell an die Welt der immer-gleichen Tape-Delay-Simulationen.
Obwohl wir eher eine sehr Zerr-affine Marke sind, haben wir ein Delay entworfen, welches zwar smooth klingt aber auch wunderbar mit höheren Gainpegeln arbeiten kann.Man kann durch mehrere Zeit-Intensitäten, relativ leicht Double-Pattern-Delays erzeugen, wodurch wunderbar rhythmische Wiederholungen entstehen. 



Das Fernweh ist gemacht, um das komplette Signal in Sound-Sphären zu verwandeln. Wir haben uns durch das Space Echo inspirieren lassen und Reverb und Delay in Serie gesetzt. Das erste Delay kann zwischen 2 Zeiten geschaltet werden. Mit einem sehr kurzen Delay kann eine Art Fake-Reverb-Effekt erzeugt werden, welcher zusätzlich zum zweiten Delay dazugeschaltet werden kann. Alternativ kann man auch zwei lange Delays ineinander laufen lassen.Ein sehr üppiges Multidelay und ein unglaubliches Erlebnis für Swells und Flächen, insbesondere mit dem Expression in.

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