Partscasters: Bau Dir Deine Traumgitarre

Ein Instrument, das ganz nach den eigenen Wünschen gefertigt wurde, gibt es auch für weniger Geld als die Fender-Werkstatt veranschlagt. Selber bauen heißt die Lösung.

Partscasters, Teilecaster oder Frankenstein-Gitarren sind schnell und einfach zusammengeschraubt. (Ein wenig handwerkliches Geschick vorausgesetzt, versteht sich.) Möglich macht dies Leo Fenders geniale Idee des Bolt-On-Necks, da sich Bodies und Hälse so beliebig miteinander kombinieren lassen. Hier findest Du eine kurze Übersicht, welche Teile Du benötigst und worauf es zu achten gilt. Zur Inspiration kannst du dir hier fertiggestellte Teilecaster anschauen.

Der Hals

Tele-Hals aus Ahorn

Nichts ist wichtiger als ein Neck, auf dem man sich zu Hause fühlt und die Finger sich wie von selbst bewegen. Bei deiner Gitarre hast du die freie Wahl. Magst du hohe Vintage Frets auf Palisander oder sollen es Jumbo-Edelstahlbünde auf Ahorn sein? Ein flacher Radius erlaubt schnelles Solieren, während ein Hals mit 7,25er-Radius sich prima für Rhythmus-Arbeit eignet. Profile wie C, V oder U beschreiben die Form der Neck-Rückseite. Hier gilt es einiges auszuprobieren, bis du weißt, was deinen Händen gefällt und zu deinem Spielstil passt. Neben originalen Fender-Necks findest du bei Reverb auch eine große Auswahl von renommierten Herstellern wie Warmoth, USACG oder Allparts in den unterschiedlichsten Varianten.

Ein Strat-Hals passt in einen Telecaster-Body, ein Tele-Neck jedoch nicht in eine Strat-Halstasche. Jazzmaster, Jaguar und Mustang setzen auch auf die Strat-Form am Neck-Ende. Die beiden letztgenannten haben jedoch eine kurze Mensur. Achte also beim Bauen einer Shortscale-Jaguar oder -Mustang auf einen Hals mit 24-Zoll-Mensur. Hier findest du eine große Neck-Auswahl.

Der Body

Stehst du auf beeindruckende Metallic-Finishes wie Lake Placid Blue und Sherwood Green oder lieber zeitlose Klassiker wie Olympic White und Sunburst? Entscheide dich zwischen bereits lackierten Bodies oder unlackierten Varianten. Nitro-Finishes sind meist besonders begehrt, weil sie dünn aufgetragen werden und das Holz so besser schwingt. Nitro-Lacke bekommen mit dem Alter feine Risse und einen leichten Gelbstich, was für einen echten Vintage-Look sorgt. Moderne Poly-Finishes werden dicker aufgetragen, verzeihen dir und der Gitarre aber so manchen Stoß und sehen auch nach Jahren noch aus wie neu.

Wenn du die natürliche Maserung des Korpus betonen möchtest, kannst du das unlackierte Holz nach dem Schleifen mit Klarlack versiegeln. Bei Holzölen wie TruOil kannst du dir das Lackieren sparen. du trägst das Öl in mehreren Schichten mit einem Tuch auf, wodurch ein schützendes Natural-Finish entsteht. Wenn du vorher das Holz mit Beize bearbeitest, kannst du die Maserung noch spektakulärer hervorheben oder farbliche Akzente setzen. Türkis gefärbte Sumpfesche ist beispielsweise zum Verlieben schön...

Für eine vollkommene Flexibilität beim Einbau der Pickups sorgen Bodies mit einem sogenannten Swimmingpool. Dabei ist das Elektronik-Fach unter dem Schlagbrett komplett ausgefräst. So sind selbst drei Humbucker in einer Strat kein Problem, so lange du ein passendes Pickguard für dein Projekt findest. Wie das ganze klingt, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Die Tonabnehmer

Vintage Goldfoil-Pickup

Du wolltest schon immer Jazzmaster-Pickups in der Hals-Position einer Tele? Gold-Foils in der Strat? PAFs in der Jaguar? Kein Problem, jede erdenkliche Kombination ist möglich! Mach dir einfach Gedanken zu dem Sound, den du erreichen möchtest und leg dir ein Budget fest, denn nach oben gibt’s wie immer keine Grenzen.

Zu den bekanntesten Herstellern von Pickups zählen neben Fender und Gibson auch Seymour duncan sowie DiMarzio. In den letzten Jahren haben sich zusätzlich eine Reihe von Boutique-Wicklern auf dem Markt etabliert. Tonabnehmer von Curtis Novack, Lindy Fralin oder Lollar genießen weltweit einen hervorragenden Ruf. Aber auch deutsche Wickler wie Häussel oder Barfuss werden immer beliebter. In UK sorgen zurzeit vor allem Bare Knuckle, Mojo-Pickups und The Creamery für Furore.

Hardware, Elektronik und sonstige Teile

Wie so oft stellt sich die Frage "Modern oder Vintage?", wenn es um die Hardware geht. Setzt du auf Locking-Mechaniken und neue High-Tech-Bridges oder vertraust du lieber alten, bewährten Konzepten, die schon von Leo Fender Ende der 50er verschraubt wurden? Farblich kannst du mit goldenen Teilen einen edlen Look kreieren oder mit schwarzer Hardware einer Metal-Axt das gewisse etwas verleihen.

Ähnlich sieht es beim Pickguard aus. Neben klassischen Varianten wie Mint-Green, Tortoise sowie Schwarz und Weiß gibt es mittlerweile eine riesige Auswahl an ausgefallenen Mustern, Farben und Materialien auf dem Markt. Vergiss nicht den nötigen Kleinkram, um deine Gitarre zu komplettieren. du brauchst neben Potis und passenden Knöpfe noch Schalter, Kabel und Widerstände sowie Gurtpins, ein Neckplate und eine Klinkenbuchse.

Los geht's

Tipp: Wenn du keine Lust zu löten hast, findest du in der Schlagbretter-Kategorie eine Menge „loaded Pickguards“, die bereits fertig mit Pickups, Tonabnehmern und Schaltern verkabelt und bestückt sind.

Falls beim Bau doch irgendwas schiefgehen sollte, gibt es im Netz reichlich Tutorials und Foren, die sich mit dem Thema beschäftigen. Zur Not hilft dir der örtliche Gitarrendoktor, die Klampfe zum Klingen zu bringen. Wenn alle Stricke reißen und du einfach nicht mit deiner Partscaster warm wirst, verkaufst du die Teile am besten einzeln, um keine großen Verluste zu machen. Also ran an den Lötkolben, bau dir deine Traumgitarre.

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