Hereinspaziert: Hansa Studios in Berlin

In unserer Serie "Hereinspaziert" stellen wir regelmäßig die Räumlichkeiten von deutschen Studios, Werkstätten und Künstlern vor. Heute sind wir zu Gast in den Hansa Studios in Berlin, wo auch schon Größen wie Bowie, U2 oder REM aufgenommen haben.

Die legendären Hansa Studios liegen im Herzen Berlins, direkt am Potsdamer Platz. In einem um 1912 erbauten Berliner Geschäftshaus finden sich seit den frühen Sechzigern unzählige Künstler wie David Bowie, Depeche Mode, U2, R.E.M., Peter Maffay, Nina Hagen oder auch Udo Jürgens zu Aufnahmen ein. Im Wandel der Zeit veränderten sich die Hansa Studios und man entschied sich in den Neunziger Jahren, die Anzahl der Studios zu verkleinern. So kann man im Studio 1 auf rund 200qm in mit Tageslicht durchfluteten Aufnahmeräumen und mit klassischem Analog- und Digitalequipment Musik produzieren. Durch die Anbindung an den berühmten Meistersaal, das ehemalige Hansa Studio 2 (Hall By The Wall), kann man auch heute noch dessen hervorragende Akustik für Aufnahmen nutzen.

Umgeben von dem Geist der Hits vergangener Jahrzehnte und dem typischen Recording Studio Charme der Seventies, begleitet ein Team von Engineers und Assistants die Künstler bei ihren Aufnahmen, wie z.B. Vetusta Morla, Pharrell Williams, Ice Cube, Katy Perry, Rea Garvey oder auch die Sportschuh Marke „Converse“ mit ihrer Rubber Tracks Worldtour.

Studio

Die komplette Raumakustik des Studios wurde von der bekannten Firma „Eastlake Audio (UK) Ltd.“ designt und hat eine räumliche Funktionalität, die es so nur noch selten gibt. Die verschiedenen Räumlichkeiten wie Live Room, der Marble Room, sowie die Vocal Booth sind akustisch komplett durch spezielle Glasschiebetüren getrennt, allerdings optisch miteinander verbunden. Dadurch steht einem optimalen Zusammenspiel nichts im Wege.

Control Room

Der Regieraum des Studio 1 beherbergt eine SSL 4000 E-Serie Mixing Konsole 56 Channels Blue Limited Edition (einer von 4 Stück weltweit) zusammen mit einem G-Serie Computer für Faderautomation und Total Recall. Die Main Monitore sind Quested Q412B. Weiterhin gibt es Nearfield Monitore wie ADAM S3a, KRK E8B Exposé, Yamaha NS10, Auratone 5c, Genelec 1030 und Weitere.

Des Weiteren gibt es fast alles was der Musikstudioliebhaber begehrt. z. B. befindet sich in den Outboard Racks eine Auswahl an klassischem Analogequipment: Kompressoren wie Urei 1176/1178,LA2A, TubeTech CL1a, EMT oder Valley, Filter von Manley, Helios oder Siemens, sowie Hallgeräte von Lexicon, EMT, Quantec oder Yamaha u.v.m.

Eines der Studio-Highlights war zuständig für den typischen 70s/80s-Sound vieler Hansa-Aufnahmen. In nahezu jeder Produktion (z. B. Depeche Mode oder Einstürzende Neubauten) konnte man den „Reverb“ der AKG BX 20 (Federhall oder auch Spring Hall), sowie die kleine Schwester den AKG BX 15 hören. Die Hansa Studios sind im Besitz von 4 AKG BX 20, die man aufgrund der unterschiedlich benötigten Hallzeiten gerne auch mal parallel schaltet.

Aufgenommen wird mit einem AVID ProTools HDX System mit 48 IN und 48 OUT (Version von 2018) oder einem der Studio-Highlights: zwei Studer A800 MKIII synced-48Spur auf denen schon so einige Welthits gelaufen sind. Im Bandarchiv lagern noch so einige Schätze, wie Originalbänder von Depeche Mode oder U2.

Live Room

Der Live Room hat eine relativ trockene Akustik, ist ca. 130qm groß und mit Tageslicht durchflutet. Er ist ideal für Band Recording und kleinere Ensembles. Man hat direkten Sichtkontakt in den Control Room (Regie), in den Marble Room sowie in die Vocal Booth. Frei nach dem Motto „Akustisch getrennt, optisch verbunden“.

Der Live Room verfügt unter anderem über 2 Klaviere der Marke „Steinway & Sons“: Einem „S Flügel“ aus den späten Vierzigern und einem „B Flügel“ von 1976 auf dem Hits von Udo Jürgens, Depeche Mode, Ryan Leslie, Gregory Porter, Herbert Grönemeyer u.v.m. geschrieben wurden.

Ebenso spektakulär wie die beiden Flügel von Steinway & Sons ist die große Mikrofonauswahl, sowie unzählige Gitarren und Bass Verstärker. Weitere Schmuckstücke des Live Rooms sind eine Original „Hammond Organ RT3“ und ein „Schiedmayer Celesta“.

Vocal Booth

Der kleine Aufnahmeraum (Vocal Booth) ist ideal für Dry-Vocal oder auch Amp Recording. Auch hier hat man Sichtkontakt in alle Räume.

Marble Room

Der Marble Room ist mit italienischem Marmor verkleidet und hat dadurch eine außergewöhnliche Akustik, ideal für Drum oder auch Amp Recording mit direktem Sichtkontakt in alle Räume.

Studio Highlights

Was die Hansa Studios so einzigartig macht, sind nicht nur die unzähligen Künstler und Musiker, die ein und aus gehen, sondern die mit den Jahren gewachsene Historie. Das Studio 1 ist über das 5-Etagen-Treppenhaus direkt mit der berühmten „Big Hall“ verbunden. In diesem Meistersaal wurden Songs von David Bowie, Depeche Mode, U2 aber auch Lang Lang aufgenommen. Über einen Kabelschacht hat man die Möglichkeit, die Big Hall und den Control Room des Hansa Studio 1 zu koppeln. Zu sehen ist das Ganze auch in der Sky Doku „by The Wall 1976-90“.

Ein weiteres Highlight des 5-Etagen-Treppenhauses ist die Hall-Akustik. Dieser Effekt wird sehr gerne für einen ganz speziellen und eigenen Hall zu Gesangs- oder Gitarren-Aufnahmen benutzt. Es wird z. B. ein Lautsprecher in das Treppenhaus gestellt, über den ein gewünschtes Signal abgespielt wird. Hinzu werden 2 Mikrofone (z. B. Brüel & Kjaer 4600) platziert, um den Hall abzufangen. Die gewünschte Hallzeit wird durch das Platzieren der Mikrofone in den verschiedenen Etagen geregelt.

Noch eine Besonderheit der analogen Effekt-Serie des Hansa Studios ist ein extra Raum bestückt mit 2 Hallplatten „EMT 140“ aus dem Baujahr 1964. Zu dem Komplex zählen weitere kleine Studios wie Hansa Studio 3 & 4 für überwiegend digitale Produktionen und Songwriting Sessions.

Hier geht's zur Website der Hansa Studios

comments powered by Disqus

Reverb Gives

Your purchases help youth music programs get the gear they need to make music.

Carbon-Offset Shipping

Your purchases also help protect forests, including trees traditionally used to make instruments.

iOS app store button
Android play store button