Ein kurzer Schnäppchen-Guide für Metal-Gitarren-Klassiker

Seitdem Tony Iommi das erste Mal eine Gibson SG in die Hand nahm, sind Metal-Gitarristen auf der Jagd nach hochwertigen Gitarren mit radikalem Look, luxuriöser Ausstattung und maximaler Performance.

Der heutige Markt spiegelt dies in Marken wie Ormsby, Kiesel, Strandberg und Caparison wieder. Aber so beeindruckend wie diese High-End-Gitarren auch sein mögen, meist kommen sie mit einem Preis, der nicht weniger High-End ist.

Gitarristen mit schmalerem Portemonnaie müssen aber nicht verzagen: Ein Blick zurück auf die erste Blütezeit des Metals — die späten 70er bis frühen 90er Jahre — enthüllt eine Vielzahl ebenso hochwertiger Gitarren, die ihr euch leisten könnt, ohne einen Pakt mit dem Teufel zu schließen. In dieser Liste haben wir ein paar unserer liebsten Anlaufpunkte für gute Deals zusammengestellt.

Die originalen Metal-Gitarren: Ibanez, Jackson, Charvel, Kramer

Dadurch, wie Gitarren dieser Marken mittlerweile die Wände der Gitarrenläden auskleiden, vergisst man manchmal, dass sie es waren, mit denen alles anfing. Grover Jackson und Wayne Charvel waren Pioniere in der Kunst der handgemachten Instrumente mit aggressivem Look, Ibanez veränderte mit den RGs und Wizard-Hälsen die Rock-Geschichte. Das Beste an vielen dieser in den USA und Japan hergestellten Gitarren ist, dass man sie ständig zu guten Preisen auf Reverb findet.

Ibanez Roadstar-Serie

Fotos von Waddell's Music

RGs sind seit langem ein Favorit von Gitarristen mit flinken Fingern. Aber wusstet ihr, dass diese Gitarren zuerst in der Roadstar-Serie rausgebracht wurden? Wenn ihr also nach einem guten Deal für eine originale japanische RG seid, schaut euch mal die Roadstar RGs aus den späten 80ern an.

Charvel Model-Serie

Charvels Model 1 bis 6 aus den 80ern sind eine sehr gute Option, mit einigen der ersten Superstrats des Hard Rocks Geld zu sparen. Jedes der sechs Designs bietet eine eigene Auffassung der Grundplattform. Diese in Japan gefertigten Instrumente vereinten einzigartige und hochmoderne (für die damalige Zeit) Elektronik mit solider Hardware und Shred-bewährter Spielbarkeit und sind dank ihrer unglaublichen Qualität nach wie vor sehr begehrt. Trotz alldem sind sie aber immer noch sehr preiswert.

Jackson Dinky und Soloists

Wenn die erste Gitarre eines Unternehmens ein Custom-Auftrag für Randy Rhoads ist, könnt ihr euch die erstklassige Qualität und das Handwerk vorstellen, die in die späteren Serienmodelle eingeflossen sind. Jacksons haben ihren Wert oft behalten, mehr als viele andere auf dieser Liste, aber ihr könntet überrascht werden, wie wenig man für so eine hochwertige Gitarre ausgeben kann — wenn man weiß, wo man suchen muss.

Echte "Made-in-USA" Jackson Soloists sind hochwertige Neck-Through-Gitarren. Preise von 3000-4000 € sind nicht ungewöhnlich, aber wer schnell am Ball ist kann Soloists auf Reverb für den halben Preis, oder sogar weniger, ergattern. Fügt Jackson Soloists aus den 80er Jahren zu eurem Feed hinzu, indem ihr hier klickt, um neue Angebote sofort zu sehen, sobald sie eingestellt werden.

80er Jahre Jackson Dinkys sind Superstrats mit angeschraubtem Hals, die damals etwas erschwinglicher waren, aber trotzdem mit Premium-Features wie schnellen Hälsen und (oft) individuellem Finish aufwarten. Wie die Soloists haben sie ihren Wert größtenteils behalten und werden oft für 2000 bis 3000 € angeboten. Auf Reverb könnt ihr sie aber für weniger als 1000 € finden, wieder vorausgesetzt, dass ihr schnell seid. Klickt hier um 80er Jackson Dinkys eurem Feed hinzuzufügen.

Kramer Stagemaster

Während viele Gitarristen für Kramer noch vor fünf Jahren im besten Fall nur ein müdes Lächeln übrig hatten, erinnert man sich allmählich wieder daran, was die Marke damals in ihrer Blütezeit so beliebt gemacht hat. Auch ihr langwährender Einfluss auf die Entwicklung des Instruments rückt dabei wieder ins Bewusstsein. Kramer hat beständig legendäre S-Style-Äxte angeboten, die selbst den wählerischen Eddie Van Halen überzeugen konnten.

Eine gute Möglichkeit, um für wenig Geld an eine fantastische 80er Jahre Kramer zu kommen, ist eines ihrer unbekannteren Modelle zu wählen. Die Pacer und Bareta waren die Vorzeigemodelle - aber eure Finger werden ebenso schnell über eine Stagemaster oder Glide fliegen.

Custom-Kreationen: Carvin, Boogie Bodies (Warmoth)

Zwei Firmen, die den Custom-Boom der 70er bis 90er Jahre anführten, waren Carvin und Boogie Bodies (heute Warmoth). Wie auch heutzutage noch, konnten Gitarristen sich ihre Instrumente selbst designen, oder nach ihren bevorzugten Spezifikationen bauen lassen. Was herauskam war etwas wie ein Trauminstrument - wie keine andere Gitarre da draußen. Glücklicherweise (oder unglücklicherweise, je nach Standpunkt), halten einzelne Custom-Gitarren ihren Wiederverkaufswert oft nicht besonders gut. Was für den ursprünglichen Besitzer schade ist, wird zum Schnäppchen für euch.

Fotos von HP's

Einige der besten E-Gitarren-Deals werdet ihr bei Parts-Gitarren finden, und keiner füllt diesen Markt so aus wie Warmoth. Auch wenn die Gitarren nicht auf euch maßgeschneidert wurden, bieten sie dennoch Custom-Qualität zu niedrigsten Preisen. Wenn euch also egal ist, was auf der Kopfplatte steht (oder nicht steht), habt ihr hier eine klare Empfehlung.

Komplette Boogie Bodies Gitarren sind relativ selten auf dem Gebrauchtmarkt. Klickt hier um Boogie Bodies Gitarren zu eurem Reverb Feed hinzuzufügen.

Die alte Garde: Fender und Gibson

Auch wenn es nicht die Shred-Designs sind, die Metal-Gitarren ausmachen, sollte man im Kopf behalten, dass der ursprüngliche Metal auf SGs, Flying Vs und Explorern gespielt wurde und jede Double-Cutaway Gitarre mit Vibratohebel ein direkter Nachkomme von Leo Fenders Stratocaster ist. Ebenfalls schlau ist, sich daran zu erinnern, dass die 80er Jahre keine rosigen Zeiten für dieser Marken waren. Die in den USA gefertigten, Metal-fähigen Designs der Ära sind also häufig noch für erstaunlich niedrige Preise erhältlich.

Gibson WRC, US-1 und MIII

Etwas abseits vom ausgetreten Pfad trefft ihr auf Gibsons eigene Auffassung von High-Gain-Designs, unter anderem eine Wayne Charvel Signature-Gitarre, die WRC. Auch wenn sie dem Zahn der Zeit nicht standhalten konnten, sind es tolle Gitarren zu noch besseren Preisen. Ähnliche Gibson Modelle sind die US-1 und die MIII.

Imitation und Innovation: Greco, Tokai und Aria

Die Erwähnung einer dieser japanischen Marken wirft sofort Erinnerungen an ihre Gibson und Fender Kopien auf - und das aus gutem Grund: sie sind für Versionen der Gitarren bekannt, die zur damaligen Zeit die Qualität der Originale übertraf. Das bedeutet aber nicht nur, dass ihr für schmales Geld eine originalgetreue Kopie einer monstermäßig klingenden V bekommen könnt, denn diese Firmen haben auch eigene extremere Designs herausgebracht. Egal, ob ihr also Michael Schenker huldigt, oder eher findet, dass Obscura noch nicht hart genug sind: bei diesen Marken findet ihr mit Sicherheit etwas, was euren Wünschen entspricht.

Ehrenplätze: B.C. Rich, ESP und Dean

Als Metal die Welt beherrschte, wurden so viele fantastische Gitarren gebaut, dass es eine Schande wäre, nicht noch ein paar der berühmtesten Gitarrenbauer des Genres zu nennen, nur weil ihre hochklassigen Instrumente etwas teurer sind. Von Bernie Ricos berühmten Mockingbirds bis hin zu Dean Zelinsky, der klassischen Designs eine Dosis Aggression verpasste, findet ihr hier Gitarren, die jeden Cent wert sind.


Wir haben einen der besten Deals für Metal-Gitarren-Klassiker verpasst? Schreibt uns eure Favoriten und Tipps zur Schnäppchenjagd in die Kommentare.

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